Ammergauer Alpen: Fensterl

Diese Tour in den Ammergauer Alpen war für mich die bisher schwierigste Route, die ich je gewandert bin. Dies lag vor allem an der Länge der Wanderung. Dafür wird man aber mit sehr abwechslungsreichen Abschnitten und einem der schönsten Ausblicke belohnt.

Der Ausgangspunkt dieser Wanderung ist für mich die Ammerwald Alm in Tirol. Diese hat sehr gute Parkmöglichkeiten und liegt mitten in einem idyllischen Tal. Von hier startet ein Forstweg Richtung Hochplatte.

Bereits dieser Abschnitt ist wunderschön, da sich ein kristallklarer Bach neben dem Weg schlängelt und es einige kleine Wasserfälle gibt. An einigen Stellen muss dieser Bach überquert werden, hierfür wurden provisorische „Brücken“ errichtet, die eher abenteuerlich sind.

Immer Richtung Gipfel reichen die Serpentinen immer höher den Berg hinauf. Bei einer Weggabelung halte ich mich links zum Roggentalsattel. Bald komme ich zu einem Abschnitt zwischen zwei Bergen und wandere weiter bergauf. Auf der kompletten Wanderung halte ich Ausschau nach Gämsen, da man dort die Tiere mit viel Glück sehen kann. An dieser Stelle ist es dann so weit: In weiter Entfernung sehe ich zwei Gämse beim Grasen. Als absoluter Tierfan freue ich mich riesig darüber. Einige Zeit später entdecke ich sogar eine Gams nicht weit entfernt. Solche tierischen Begegnungen liebe ich auf meinen Reisen, da man diese nicht planen kann und sie die Erfahrungen noch schöner machen.

Panoramablick auf die Ammergauer Alpen

Oben auf dem Roggentalsattel angekommen bietet sich mir eine atemberaubende Aussicht. Von hier hat man einen tollen Ausblick auf Hochplatte, Hochblasse und Krähe. Ein weiteres Highlight befindet sich nur wenige Meter entfernt: Das Fensterl (zwei Felsfenster) durch die man eine tolle Aussicht auf das dahinterliegende Tal hat.

Nach einem längeren Aufenthalt trete ich den Rückweg an. Ich steige in das Köllebachtal hinab und durchquere dieses. Anschließend wandere ich noch durch das Ochsenängerle und den Schützensteig. Dieser Teil zieht sich meiner Meinung unglaublich in die Länge und ich bin froh, wenn ich endlich das Tal erreiche.

Bei einem großen Hotel angekommen muss ich nun noch ca. 2 Kilometer an einer Straße entlang wieder zurück zur Ammerwald Alm laufen. Da es hier keinen Fußgängerweg gibt, laufe ich teilweise direkt auf der Straße, was nicht so toll ist. Endlich am Auto angekommen mache ich drei Kreuze und freue mich unglaublich darauf meine Wanderschuhe auszuziehen.

Ein wichtiger Hinweis: Ich war Ende Juli auf dieser Route unterwegs und es war ein super heißer Sommer. Trotzdem gab es an zwei Stellen noch dickes Eis bzw. Schnee. Dies sollte man auf jeden Fall beachten. Ich kann mir vorstellen, dass im Frühjahr noch viel Schnee aus dem vergangenen Winter auf dem Gipfel liegen kann.

Ein weiterer Erfahrungsbericht zu einer Wanderung in den Ammergauer Alpen gibt es hier.